Novellierte Trinkwasserverordnung

FAQ – Antworten auf die häufigsten Fragen zur Trinkwasserverordnung

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Welches Ziel verfolgt die Trinkwasserverordnung?
Die novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sagt Legionellen den Kampf an. Legionellen sind Bakterien, die in geringer Konzentration im Grundwasser vorkommen und von dort aus in die Trinkwasseranlage gelangen können. Das Einatmen legionellenhaltigen Wassers, zum Beispiel beim Duschen, kann zu einer schweren Infektion führen. Daran erkranken in Deutschland jährlich bis zu 10.000 Menschen, 1.000 bis 2.000 sterben daran. Einzelne Studien gehen davon aus, dass bis zu drei von sechs Wasserproben bedenkliche Werte aufweisen.

Welche Trinkwasseranlagen sind betroffen?
Die Verordnung gilt für „Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Speichervolumen und/oder mehr als drei Litern Wasser in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten Entnahmestelle.“
Betroffen sind somit praktisch alle Mehrfamilienhäuser mit zentraler Trinkwassererwärmung, ausgenommen Ein- und Zweifamilien-häuser.

Was gilt für Wohnungseigentümergemeinschaften?
WEGs sind von der Trinkwasserverordnung betroffen, wenn mindestens eine Wohnung vermietet - und somit gewerblich genutzt - wird. Da die Trinkwasseranlage zum gemeinschaftlichen Eigentum gehört, haftet die gesamte WEG dafür, dass die Vorgaben der Trinkwasserverordnung erfüllt werden.

Wie oft ist die Legionellen-Prüfung vorgeschrieben?
Das Trinkwasser musste erstmals bis spätestens 31.Dezember 2013 und danach im mindestens dreijährigen Turnus auf Legionellen überprüft werden.

Wer trägt die Kosten für die Legionellenprüfung?
Die Kosten der Legionellenprüfung sind als Betriebskosten gemäß § 2 Nr. 2 oder 5 Betriebskostenverordnung voraussichtlich auf die Mieter umlegbar.

Welche Vorgaben gelten für die Legionellen-Beprobung?
Nur akkreditierte Stellen – Listen führen die Gesundheitsämter – dürfen die Proben an mindestens drei vorgeschriebenen Stellen der Anlage (Link zum Schema Probeentnahme) entnehmen. Die Proben müssen innerhalb von 24 Stunden nach der Entnahme in einem dafür zugelassenen Labor sein.

Was geschieht bei Überschreitung der Grenzwerte?
Bei einer Überschreitung der zulässigen Grenzwerte ordnet das zuständige Gesundheitsamt eine weiterführende Untersuchung der Trinkwasseranlage an. Bestätigt sich der Legionellen-Verdacht, muss die Anlage saniert und danach erneut überprüft werden.

Welche weiteren Pflichten hält die Trinkwasserverordnung für Eigentümer bereit?
Die neue Trinkwasserverordnung legt Eigentümern eine Reihe weiterer Melde-, Anzeige- und Informationspflichten auf. Zum Beispiel ist Mietern das Ergebnis der Legionellenuntersuchung ebenso mitzuteilen wie die Zugabe von Aufbereitungsstoffen im Trinkwasser. Der Grenzwert für Blei wurde von 0,025 auf 0,015 mg pro Liter gesenkt, das bewirkt praktisch ein Verbot von Bleileitungen im Haus und kann auch bei nicht zertifizierten Wasserhähnen problematisch sein.

Welche Strafen sind beim Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung vorgesehen?
Beim Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung können Anlagenbetreiber mit einer Geldbuße bis 25.000 Euro belangt werden. Sollten Menschen zu Schaden kommen, ist zudem mit Haftungsansprüchen zu rechnen.