slavun - stock.adobe.comDie Energiewende im Gebäudesektor stockt, aber die Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Was fehlt, ist ein klarer Fahrplan: Welche Maßnahmen bringen den größten Effekt – und wo fängt man an?
Es ist gerade erst ein paar Jahre her, dass die Politik voller Zuversicht das Ziel eines klimaneutralen Deutschlands formulierte – und damit auch das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2045. Der Ausbau erneuerbarer Energien, Elektromobilität, Smart Metering, moderne Wärmekonzepte und innovative Heizungstechnologien sollten der Schlüssel sein.
Communication Consultants GmbHInzwischen ist die Euphorie zumindest gebremst. Nach wie vor werden rund 75 Prozent des Wohnungsbestandes mit fossilen Energieträgern (meist Öl oder Gas) beheizt. Gut 15 Prozent des Wohnungsbestandes heizen mit Fernwärme, die zu 70 Prozent aus fossilen Energieträgern erzeugt wird. Nach einigen Jahren starken Wachstums sind die Absatzzahlen für Wärmepumpen im Jahr 2024 spürbar zurückgegangen. Die gute Nachricht: Sie erholen sich inzwischen wieder.
Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass ausgerechnet der Gebäudesektor Jahr für Jahr die gesetzten Klimaziele verpasst. Im Jahr 2025 sind die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen.
Durch den Einsatz von digitaler Messtechnik und die Verpflichtung zur Bereitstellung monatlicher Verbrauchsinformationen für Bewohner, wie es die Heizkostenverordnung (HKVO) vorsieht, hat sich das Verbrauchsverhalten der Bewohner in den vergangenen Jahren merklich verändert. Insgesamt wird effizienter geheizt und auch Strom bewusster genutzt. Dies ist aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der nächste Schritt ist es, Gebäude energieeffizienter zu machen
Ralf Görner, Geschäftsführer Minol Messtechnik
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Was können Gebäudeeigentümer und Vermieter konkret dazu beitragen, dass die Energiewende doch
noch zum Erfolg wird? Eine berechtigte Frage, denn an guten Vorsätzen mangelt es nicht. In Umfragen geben regelmäßig mehr als die Hälfte der Immobilienbesitzer an, in den kommenden zwölf Monaten Sanierungsmaßnahmen durchführen zu wollen. Demgegenüber steht jedoch eine tatsächliche Umsetzungsquote im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das größte Hemmnis: eine fehlende Strategie angesichts oft unklarer, sich häufig verändernder Gesetze und Verordnungen sowie komplexer Förderprozesse und mangelnder Planungssicherheit bei Investitionen. Hinzu kommen die vielen Optionen: Außendämmung, neue Fenster, Solaranlage, Heizungstausch, Wärmepumpe? Es gibt viele Möglichkeiten, die Energieeffizienz von Gebäuden durch energetische Sanierung zu steigern. Gebäudeeigentümer haben dazu eine mindestens genauso große Anzahl an Fragen.
slavun – stock.adobe.comSowohl bei Wohnungsunternehmen als auch bei privaten Vermietern, Wohnungseigentümergemeinschaften und Immobilienverwaltungen sehen wir oft eine gewisse Ratlosigkeit. Viele stellen sich Fragen wie: Welche Sanierungsmaßnahmen sollten in welcher Reihenfolge angegangen werden? Was bringt den größten Effekt und was ist wirtschaftlich sinnvoll? Der Wunsch nach Veränderung ist groß, der Wunsch nach einem zielgerichteten Plan ebenso.
Ralf Görner, Geschäftsführer Minol Messtechnik
VOM GEG ZUM GMODG: DAS NEUE HEIZUNGSGESETZ
Die Bundesregierung hat am 13. Mai 2026 den Entwurf für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Es soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen und setzt dabei stärker auf Technologieoffenheit.
- Keine 65-Prozent-Pflicht mehr: Die pauschale EE-Vorgabe für neue Heizungen entfällt.
- Die „Bio-Treppe“: Bei neuen Gas- und Ölheizungen muss der Anteil grüner Brennstoffe ab 2029 schrittweise steigen, beginnend bei 10 Prozent und bis auf 60 Prozent im Jahr 2040.
- Kosten-Teilung: Ab 2028 werden CO₂-Kosten, Gasnetzentgelte und Bio-Mehrkosten hälftig zwischen Mieter und Vermieter geteilt.
- Neue Vorgaben betreffen zudem Stromdirektheizungen, Energieausweise, Solarpflichten und Sanierungsstandards für Nichtwohngebäude.
Sanieren und Modernisieren mit System
Der Wille, Immobilien nachhaltig zu sanieren, ist also vorhanden. Inzwischen gibt es auch digitale Werkzeuge, um die passende Sanierungsstrategie zu finden. Mit dem B.One Guide bietet Minol seit einigen Monaten eine neue Lösung, die Immobilienbesitzer auf Basis von Gebäude- und Verbrauchsdaten bei der Ausarbeitung einer passenden Sanierungsstrategie unterstützt und konkrete Vorschläge und Fahrpläne entwickelt.
In den vergangenen Jahren – und gerade im Zusammenhang mit der Energiewende – hat sich die Rolle der Immobilien gewandelt. Von einem reinen Wohn- oder Geschäftshaus werden sie heute mehr und mehr zu einer Art Multifunktionshaus. Es dient nicht nur als Wohnraum oder soziale Einheit, sondern spielt gleichzeitig auch eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Durch den wachsenden Ausbau von Photovoltaikanlagen werden Immobilien zum Energieerzeuger und zu einem festen Bestandteil der Energieinfrastruktur. Eigene Ladepunkte für Elektrofahrzeuge machen sie zum wichtigen Faktor bei der Mobilitätswende. Mit B.One Mieterstrom trifft Minol auch hier den Nerv der Zeit und bietet Immobilienbesitzern ein komplettes Paket zur Erzeugung und Vermarktung grünen Stroms vom eigenen Dach.
Immobilien stehen im Zentrum der Energiewende. Mit rund 30 Prozent trägt der Gebäudesektor nach wie vor den größten Teil zu den bundesweiten Gesamtemissionen bei. In Summe sind dies rund 200 Millionen Tonnen CO2. Sanieren und Modernisieren bringt viele Herausforderungen mit sich, aber mit der richtigen Strategie und den passenden Lösungen auch ebenso viele Chancen.
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