Minol ziegt auf, wie es zur Schimmelbildung in Wohnungen kommt und gibt Ihnen Lösungen und Tipps auf was man achten muss.

Brunata Minol informiert

Feuchtigkeitsschäden in Wohnungen

Schimmel: Ursachen, Lösungen und Tipps

Kurz und knapp
Schimmel kann durch Gebäudemängel und durch falsches Nutzerverhalten verursacht werden. Oft treffen beide Gründe zusammen und dann ist eine eindeutige Ursachenklärung kaum möglich.

“Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt”, sagte schon um die Jahrhundertwende Heinrich Zille, der bekannte Berliner Zeichner und Fotograf. Ob er dabei auch an feuchte- und schimmelpilzbelastete Wohnungen dachte, kann man nur vermuten. Was haben Feuchtigkeitsschäden und Schimmel in der Wohnung nun aber mit der Heizkostenabrechnung zu tun?

Einerseits viel und gleichzeitig wenig. Viel, weil Messdienstunternehmen immer häufiger von Vermietern nach den Heizgewohnheiten ihrer Mieter befragt werden, damit man den Nachweis mangelnder Beheizung erbringen kann. Wenig, weil ein möglicherweise falsches Heizverhalten alleine nicht ausreicht, um Schimmelbefall zu erklären. Das Thema ist viel komplexer und soll hier zumindest in seinen Grundzügen beschrieben werden.

Schäden durch Feuchtigkeit und daraus resultierende Schimmelpilze gewinnen interessanterweise zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Vermieter und Mieter streiten sich über die Schuld an plötzlich auftretenden Schimmelflecken. Das Strickmuster ist dabei immer das Gleiche: Der Mieter behauptet, dass der Schimmelbefall bautechnisch begründet ist. Der Vermieter wirft seinem Mieter dagegen zu geringes Heizen und Lüften vor. Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Patentlösungen. Die gibt es nicht. Vielmehr soll das Thema Schimmelpilze in seinen Grundzügen biologisch und physikalisch erklären. Neben wesentlichen Rechtsfragen sollen Sie einen Überblick über möglicher Ursachen und Hinweise auf Schadensverhinderung und -beseitigung bekommen.

Ein modernes Problem

Schimmel - schön anzusehen und doch von erheblichen Gefahren begleitet.
Schimmel - schön anzusehen und doch von erheblichen Gefahren begleitet.

Schimmel in der Wohnung - manche nennen es auch Stockflecken, Spak oder Schwarzpilz - ist nicht nur hässlich und unappetitlich, sondern auch gesund­heits­schädlich. Dabei gab es feuchte Wände und Schimmelpilze schon immer. Manche Hungersnot vergangener Jahrhunderte hatte ihre Ursache in verschimmelten Nahrungsvorräten. Dann war lange Zeit Ruhe. Seit rund 40 Jahren gibt es wieder vermehrt Schimmelbildung in Wohnungen und da stellt sich schon die Frage nach den Gründen. Dafür gibt es zwei wesentliche Faktoren.

Der Erste ist das heute verwendete Baumaterial. Baustoffe in früheren Zeiten waren meistens dampfdurchlässig und in der Lage, Feuchtigkeit zu regulieren. Kalkputze, Ton, Lehm, aber auch Farben auf Kalk-, Kreide- oder Leimbasis verhinderten feuchte Wände auf ganz natürliche Weise. Ganz anders sind dagegen die modernen Baustoffe. Beton, Polystyrol, synthetische Wandanstriche und kunststoffhaltige Tapeten sind zwar leichter zu verarbeiten, nehmen aber kaum noch Wasser auf. Bei feuchter Raumluft bildet sich Schwitzwasser an den Wänden. Auch die Fenster waren früher lange nicht so dicht wie heute. Wenn an den einfach verglasten Fenstern das Wasser herunterlief merkte jeder, dass es Zeit war zu lüften.

In Kombination mit den baulichen Veränderungen ist der zweite wesentliche Faktor das heutige Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner. Von vielen wird aus falsch verstandener Spar­sam­keit zu wenig gelüftet. Gleichzeitig bildet sich durch häufigeres Duschen und Baden aber erheblich mehr Feuchtigkeit als früher. Vor ein paar Jahren badete die ganze Familie einmal in der Woche. Heute duscht in manchen Familien jeder einmal täglich. Auch die teuren Energiekosten veränderten das Verbraucherverhalten. Damals war massives Heizen die Regel. Man öffnete einfach die Fenster, wenn es zu warm wurde. Das kann sich bei den heutigen Energiepreisen kaum noch jemand leisten. Die Folge dieser baulichen und nutzungsbedingten Veränderungen ist vermehrter Schimmelbefall - ganz besonders in Küchen, Bädern und Schlaf­zimmern.

Biologische Grundlagen

Von den rund 10.000 Pilzarten der Erde kommen etwa 100 auch in unseren Wohnungen vor. Schimmelpilzsporen sind mikroskopisch klein, so dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Die Vermehrung der Schimmelpilze erfolgt durch Sporulation, das heißt, der Pilz gibt Millionen von Sporen an die Luft ab. Deren Verbreitung über die Luft ist so wenig zu verhindern, wie die von Staub. Schimmelpilze sind praktisch überall vorhanden und nicht vermeidbar. Sichtbar und damit kritisch werden sie aber erst bei optimalen klimatischen
Bedingungen.

Auch wenn es so scheint: Schimmelpilze sind nicht grundsätzlich schlecht. In der Industrie dienen sie zahlreichen nützlichen Zwecken, wie etwa der Herstellung von bestimmten organischen Säuren und Enzymen. Auch viele kulinarische Genüsse gäbe es nicht ohne Schimmelpilze. Denken Sie nur an Käsesorten wie Camembert, Brie oder Roquefort, aber auch Weine aus edelfaulen Trauben, die den Schimmelpilz dringend benötigen. Gesundheitlich können Schimmelpilze sogar ein Segen sein, denn Penicillin - als wirksamer Bekämpfer von Bakterien - wird aus nichts anderem als aus speziell gezüchteten Schimmelpilzen hergestellt.

Gesundheitliche Aspekte

Verschimmelte Lebensmittel und stockfleckige Wände in der Wohnung sind dagegen gesundheitsschädlich. Experten behaupten, dass die Hälfte aller menschlicher Erkrankungen auf Schadstoffbelastungen der Raumluft zurückzuführen sind. Neben dem Kot der Hausstaubmilben sind es vor allem Schimmelpilze, die Allergien und Asthma zur Folge haben. Krank machen uns übrigens nicht die Pilze selbst, sondern deren Sporen und giftige Stoffwechselprodukte. Die eingeatmeten Pilzsporen befallen die Schleimhäute und die Atmungsorgane. Im Körper kommt es zu allergischen Abwehrreaktionen, die im schlimmsten Fall zu chronischen Erkrankungen führen können. Bei kleinen Kindern kann schimmelbelastete Raumluft sogar schweres Asthma verursachen. Nasenschleimhautentzündungen, Bindehautentzündungen, Neurodermitis und sogar andauernde Kopfschmerzen sind oft auf eine zu hohe Schimmelbelastung zurückzuführen. Die von Schimmelpilzen ausgehenden Gesundheitsprobleme dürfen deshalb nicht bagatellisiert und unterschätzt werden. Schimmel gehört nicht in unsere Wohnungen!

Schaden richtet Schimmel auch durch den Verderb vieler Lebensmittel an. Schimmel macht vor nichts Halt und greift so gut wie alle Materialien an, die in seinem Einflussbereich gelagert werden. Nicht nur das vergessene Butterbrot in der Schreibtischschublade, sondern auch Holz, Leder und Papier kann durch Schimmelpilz vollkommen zersetzt werden. Wenn man nicht aufpasst, schädigt Schimmel im schlimmsten Fall auch Holzkonstruktionen, Putz und Mauerwerk.

Physikalische Grundlagen

Die physikalischen Prinzipien für Kondenswasserbildung und die darauf nistenden Schimmelpilzkolonien sind eigentlich sehr einfach. In jeder Wohnung entsteht Feuchtigkeit. Eine Person produziert täglich durch Atmen und Schwitzen etwa zwei Liter Wasser - bei körperlicher Betätigung kann es auch mehr sein. Dazu kommt weitere Feuchtigkeit durch Kochen, Duschen, Wäsche waschen und Handtücher trocknen, durch verdunstendes Pflanzengießwasser und ganz besonders durch Aquarien. Im durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt entstehen pro Tag bis zu 15 Liter Wasser in Form von zunächst nicht sichtbarem Wasserdampf. Das ist immerhin eine Badewanne voll Wasser in einer Woche.

Diese Feuchtigkeit wird in begrenztem Maß von der Raumluft aufgenommen, wobei der Wassersättigungsgrad der Luft von der Temperatur abhängt. Je kälter die Luft ist, desto weniger Wasser kann sie binden. 25 °C warme Luft kann etwa 25 Gramm Wasser je Kubikmeter Rauminhalt aufnehmen. Bei 0° warmer Luft sind es nur noch 4 Gramm Wasser. Ist die Temperatur niedrig, die Luftfeuchtigkeit aber hoch, kann die Raumluft die Feuchtigkeit nicht mehr binden. Die Folge: Feuchtigkeit schlägt sich als Kondenswasser an der nächsten kälteren Fläche nieder.

Ein einfaches Beispiel: Nehmen Sie eine Getränkeflasche aus dem Kühlschrank, wird innerhalb weniger Sekunden Schwitzwasser an der Flasche herunterlaufen. Wenn Sie duschen oder heiß baden, beschlägt zuerst der Badezimmerspiegel. Diesen Dampfniederschlag sieht jeder. Nur Wenige sind sich aber darüber im Klaren, dass genau das Gleiche - zunächst unsichtbar - an den kälteren Stellen der Wohnungswände passiert. Und das sind meistens die Außenwände und dabei bevorzugt die kälteren Ecken in unbeheizten Räumen. Damit sind die idealen Voraussetzungen für Schimmelpilze geschaffen.

An Fenstern und Spiegeln gut zu sehen: Kondensatbildung an kalten Flächen. Das Gleiche passiert an kalten Wandflächen - meistens unsichtbar!
An Fenstern und Spiegeln gut zu sehen: Kondensatbildung an kalten Flächen. Das Gleiche passiert an kalten Wandflächen - meistens unsichtbar!
Wegen der geringeren Dichte von tragenden Böden und Decken entstehen besonders dort Wärmebrücken. Bei fehlender Belüftung bildet sich zuerst Feuchtigkeit und dann Schimmel.
Wegen der geringeren Dichte von tragenden Böden und Decken entstehen besonders dort Wärmebrücken. Bei fehlender Belüftung bildet sich zuerst Feuchtigkeit und dann Schimmel.

Ideale Schimmelbedingungen

Die allgegenwärtigen Sporen der Schimmelpilze bevorzugen feuchte Untergründe, die eine optimale Material- und Luftfeuchtigkeit bieten. Sie setzen sich fest und beginnen mit ihrer flächenartigen Ausdehnung. Die meisten Schimmelpilzarten lieben es feuchtwarm und gedeihen am besten bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % und einer Temperatur von über 20 °C. Bei den Nährböden ist Schimmelpilz nicht anspruchsvoll. Nahezu alle organischen Materialien wie Holz, Teppiche, Tapeten, Tapetenkleister, Stoffe, Leder, Gipsplatten usw. sind eine ideale Basis für Schimmel. Besonders gerne bilden sich Schimmelpilze auf Raufasertapeten. Das darin eingelagerte Weichholz bildet eine ideale Nahrungsgrundlage für die Pilze. Aber auch Silikonfugen zwischen Kacheln und eine ganze Reihe von synthetischen Materialien sind nicht frei von Schimmel.

Schaubild Wärmebrücke durch dichteres Baumaterial
An tragenden Bauteilen mit geringer Materialdichte und damit guter Wärmeleitung (z.B. Beton) ergeben sich Wärmebrücken, die Kondenswasserbildung begünstigen.
Schaubild Verhältnis zwischen Innen- und  Außenwandfläche
Geometrisch bedingte Wärmebrücken ergeben sich durch das unvermeidbare Missverhältnis zwischen Innen- und Außenwandflächen vor allem in den Zimmerecken.

Typische Schimmelvorkommen

Kurz und knapp
Um Heizkosten zu sparen, verschließen manche Bewohner die Zwangsbelüftungen in ihren innen liegenden Bädern. Das ist ein Fehler, denn dann kann die Feuchtigkeit nicht mehr abziehen und verteilt sich in der ganzen Wohnung.

Schimmelpilze haben Lieblingsplätze, auf die man besonders achten sollte: Ganz tückisch sind Kunststofftapeten und Holzverkleidungen. Hier wächst der Schimmel unsichtbar unter dem Material und wird oft viel zu spät erkannt. Besonders bei heimwerkerseitig angebrachten Holzdecken und Wandtäfelungen wird oft nicht auf eine ordentliche Hinterlüftung geachtet. Schimmelpilze gedeihen auch hervorragend in Staubsaugern. Hier ist es schön warm und dunkel und es gibt genug organisches Material zur Vermehrung. Der typisch muffige Geruch beim Saugen deutet darauf hin. Da hilft auch kein Parfümieren der Staubsaugerbeutel, sondern nur ein regelmäßiger Tausch des Filters und der Beutel.

Jeder kennt den watteartigen Belag in den Blumentöpfen von Zimmerpflanzen. Das ist nichts anderes als Schimmel. Nach neuesten Untersuchungen sollen zwei Drittel aller Blumentöpfe davon betroffen sein. Die Ursache ist meistens zu häufiges oder zu starkes Gießen. Wer Schimmelpilze in der Wohnung hat, wird sich auch kaum noch Luftbefeuchter an die Heizkörper hängen. Und das sollte man auch nicht, denn diese sind, sofern nicht täglich gereinigt, regelrechte Keim- und Schimmelnester. Auch die ‚moderne‘ Errungenschaft der Biotonnen ist in Bezug auf Schimmelpilze eine Katastrophe. Neben vermehrtem Ungeziefer bilden sich darin Bakterienkulturen und Schimmelpilze in idealer Umgebung. Jedes Mal, wenn Sie die Biotonne öffnen, verbreiten sich Millionen von Keimen und Schimmelsporen in der Wohnung. Besonders bei beheizten Aquarien bildet sich fast immer Schimmel an der Innenseite der Abdeckung, der regelmäßig beseitigt werden sollte.

Ursachen für Schimmelvorkommen

Ursache 1: Innenkondensation

Die Ursache Nummer eins für Schimmelpilzbildung in Wohnungen ist eine zu hohe Innenkondensation, also die Schwitzwasserbildung. Im Raum befindet sich dann mehr Feuchtigkeit, als die Luft aufnehmen kann. Diese überschüssige Feuchtigkeit setzt sich an der kältesten Stelle der Wohnung ab. Früher waren das die einfachen Fensterscheiben. Heute sind die kältesten Stellen die Außenwände und dabei besonders die Außenecken, die Wandflächen rund um die Fenster und der Sockel- und Deckenbereich der Außenwände.  Wer nicht für den regelmäßigen Abtransport der Feuchtigkeit aus der Wohnung sorgt, hat auch in modernsten Gebäuden Probleme mit Schimmelpilzen.

Ursache 2: Extreme Abdichtung

Die Ursache Nummer zwei ist die heutige Abdichtung der Gebäude. Besonders die modernen energiesparenden Fenster sind inzwischen so luftdicht konstruiert, dass die früher übliche Zwangsbelüftung nicht mehr gegeben ist. In manchem Altbau konnte man auf das Lüften fast völlig verzichten, weil es durch die alten Fenster so zog, dass die Luft auch ohne Öffnen der Fenster kontinuierlich bis zu zehn Mal am Tag ausgetauscht wurde. Das kostete zwar Energie, vermied aber Feuchtigkeit und Schimmelpilzbildung weitgehend. Wenn die Bewohner ihr Lüftungsverhalten nicht ändern, führt fast jede Fenstermodernisierung im Altbau nahezu zwangsläufig zu Feuchtigkeitsproblemen in den Wohnungen. Nach Untersuchungen der Zeitschrift Öko-Haus sind 13 Prozent aller Bauschäden durch Lüftungsfehler der Bewohner nach dem Fensteraustausch verursacht. Weil auch Informations­broschüren nichts daran ändern, geht mancher Fensterhersteller heute schon so weit, wieder Zwangsbelüftungen einzubauen, um eben das zu vermeiden. Eine zu hohe Gebäude­abdichtung wird auch durch Materialien mit nur geringer Dampfdiffusion verursacht. Kunststofftapeten, PVC-Beläge und Latexfarbe sorgen dafür, dass Boden und Wände nicht mehr als Feuchtigkeitspuffer wirken können.

Ursache 3: Wärmebrücken

Feuchtigkeit setzt sich zuerst an den kältesten Wandstellen ab und führt hier zu Schimmelpilzbildung. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen außen und innen ist, desto eher besteht die Gefahr der Schwitzwasserbildung an der Innenwand. Das muss nicht immer die ganze Außenwand sein. Baumaterialien mit hoher Wärmeleitfähigkeit wie z.B. Betonpfeiler oder Metall an einzelnen Bauteilen können eine Ursache für Wärmebrücken sein. Das sieht man als Laie aber weder von innen noch von außen, weil die Verputzung eventuelle Wärmebrücken verdeckt.

Fast unvermeidbare Wärmebrücken ergeben sich an Keller- und Zwischendecken, aber auch bei Balkonböden, weil dort aufgrund der höheren statischen Belastung des Bauwerks dichtere Baustoffe mit geringerer Dämmwirkung eingesetzt werden müssen. Eine Kellerdecke lässt sich nun einmal nicht aus leichten und porigen Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit herstellen. Da hilft nur eine zusätzlich angebrachte Wärmedämmung.

Bekannte Wärmebrücken sind falsch oder nicht wärmegedämmte Rollladenkästen, bei denen aus Platzgründen nachträglich nur schwer eine verbesserte Wärmedämmung erreichbar ist. Auch die Wände hinter Heizkörpern sind meist dünner als die restliche Wandfläche. Schließlich gibt es noch die geometrisch bedingten Wärmebrücken, die sich hauptsächlich in den Zimmerecken befinden. Dort stehen den Innenflächen mehrfach größere Außenflächen gegenüber, was dazu führt, dass es in den Ecken immer kälter ist als in der Mitte einer Wand.

Kurz und knapp
Über Neubaufeuchte kann man sich trefflich streiten. Manche Gerichte sehen sie als Baumangel, andere dagegen nicht. Vorsicht also bei Mietminderungen. Wer in einen Neubau zieht, muss anfangs immer mehr heizen und lüften.

Ursache 4: Neubaufeuchte

In Neubauten ist vermehrte Feuchtigkeitsbildung die Regel. Viele Baustoffe enthalten Wasser, das erst verdunsten muss, bevor ein angenehmes Raumklima entsteht. Das kann bis zu drei Jahre dauern. In dieser Zeit müssen die neuen Bewohner alle Möglichkeiten des richtigen Heizens und Lüftens ausschöpfen. Höhere Heizkosten sind in der Anfangszeit unvermeidbar. Bis vor ein paar Jahren ließ man einen Rohbau erst überwintern, damit sich die Feuchtigkeit verflüchtigen konnte. Aus wirtschaftlichen Gründen macht das heute niemand mehr. Dabei ist die Problematik der Neubaufeuchtigkeit so alt wie die Menschheit. Wer es sich Anfang des 20. Jahrhunderts leisten konnte, der ließ sich seine künftige Neubauwohnung erst mal gegen eine geringe Mietzahlung von armen Leuten trocken heizen, bevor er dann nach ein oder zwei Jahren selbst einzog. Diese Zeiten sind vorbei. Heute muss jeder seinen Neubau selbst trocken heizen.

Ursache 5: Gebäudeschäden

Wenn eine Wand feucht ist, kann auch eine undichte Außenhülle des Gebäudes die Ursache sein. Eindringendes Regenwasser im Mauerwerk erhöht dessen Wärmeleitfähigkeit und Schimmelpilzbildung kann die Folge sein. Typische Stellen für undichte Außenhüllen sind Flachdächer oder Fenster- und Türeinpassungen. Eine weitere Ursache kann aufsteigende Nässe wegen fehlenden oder defekten Wassersperrungen im Keller und Erdgeschoss sein. Seltener sind verdeckte Wasserschäden durch geplatzte Wasserleitungen. Undichtigkeiten des Gebäudes durch äußere Einflüsse sind meistens schnell zu finden und lokal begrenzt. Die Ursachen sind vielfältig und reichen vom Pfusch am Bau über unfachmännische nachträgliche Anbauten bis hin zu einwachsenden Baumwurzeln.

Nässe kann aber auch von innen kommen: Wenn dem Mieter in der oberen Wohnung die Badewanne übergelaufen oder der Waschmaschinenschlauch geplatzt ist, kennt man wenigstens die Ursache.

Lösungen

Lösung 1: Materialentfernung

Die Problemlösung bei Schimmelschäden folgt immer dem gleichen Prinzip. Zuerst muss die Ursache gefunden und abgestellt werden. Danach ist der Schimmel zu entfernen und schließlich ist erneute Feuchtigkeitsbildung zu vermeiden. Die einzelnen Schritte müssen sich an der besonderen Situation des betroffenen Gebäudes und an der Schadensursache orientieren. Es macht wenig Sinn, Schimmel zu entfernen, dann für Trocknung zu sorgen und ein paar Wochen später herrscht wieder der gleiche Zustand.

Idealerweise entfernt man die belasteten Materialien völlig. Bei Teppichen, Tapeten, Fugendichtungen, Möbeln, Kleidung und Schuhen mag das zwar aufwendig und finanziell schmerzend sein; es ist aber die nachhaltigste Lösung des Problems. Ebenso sind die bekanntesten Schimmelbrutstätten in der Wohnung zu entfernen. Dabei sind besonders Blumentöpfe gemeint, bei denen die befallene Erde in jedem Fall auszutauschen ist. Die Umstellung auf Hydrokulturen kann Besserung bringen. Zimmerpflanzen sollte man künftig etwas weniger gießen.

Die in jedem Haushalt heutzutage vorhandene Mülleimerkollektion muss regelmäßig und möglichst heiß gereinigt werden. Biomüll ist so schnell wie möglich aus der Wohnung zu schaffen und Lebensmittel sind nicht über einen längeren Zeitraum offen aufzubewahren. Auch wenn man schwer drankommt, sind bei selbstabtauenden Kühl- und Gefriergeräten die Auffanggefäße regelmäßig zu entleeren und mit etwas Essig zu füllen. Wasserverdunster an Heizkörpern gehören in feuchtebelasteten Wohnungen sowieso entfernt.

Lösung 2: Schimmelentfernung

Lassen sich schimmelbelastete Untergründe nicht gänzlich entfernen, ist der Schimmelbefall mindestens zu beseitigen. Hier gibt es eine breite Palette von Hausmitteln, aber auch zahlreiche industrielle Produkte. Die Baumärkte sind voll davon. Abzuraten ist jedoch von Chemiekeulen auf Chlorbasis. Die entfernen nicht nur den Schimmel, sondern sind auch für Menschen und Haustiere hochgiftig. Bewährt haben sich dagegen alkoholhaltige Reiniger oder Spiritus und Lösungen auf alkalischer Basis (Sodalauge). In hartnäckigen Fällen können hochprozentiger Alkohol oder eine Salmiakverdünnung hilfreich sein. Für eine nachhaltige Wirkung sollte die Behandlung mindestens zweimal erfolgen und auch die Randflächen der Schimmelflecken großzügig einschließen.

Kurz und knapp

Schimmelpilze haben in Wohnungen nichts zu suchen. In den meisten Fällen ist Innenkondensation der Grund für die ungesunden Fadenteppiche. Beachten Sie ein paar Regeln und Ihre Wohnung bleibt schimmelfrei:

  • Beobachten Sie die kritischen Stellen regelmäßig. Schimmel bildet sich nicht nur sichtbar in den Zimmerecken, sondern auch versteckt hinter Schränken, Einbaumöbeln und Bildern.
  • Richtig lüften. Immer mit Durchzug und mehrmals am Tag. Dauerlüften mit gekippten Fenstern im Winter unbedingt vermeiden.
  • Nach dem Einbau von Wärmeschutzfenstern muss mehr als früher gelüftet werden.
  • Luftfeuchte messen. Ein Hygrometer in schimmelgefährdeten Räumen schafft Klarheit. Ideal ist eine 50 %ige Luftfeuchte.
  • Türen schließen. Kein "Überschlagen" von ungeheizten Räumen, z.B. Schlafzimmern, durch geöffnete Türen.
  • Mindesttemperaturen halten. Keinen Raum der Wohnung unter 18 °C abkühlen lassen und wenn doch, dann Türen schließen.
  • Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken.
  • Beim Baden, Duschen und Kochen sofort für den Abzug der Feuchtigkeit sorgen und die Dampfverteilung über die ganze Wohnung vermeiden.
  • Pflanzen sparsamer gießen.
  • Kein Wäschetrocknen im kühlen Schlafzimmer.
  • Bei Wand- und Deckenverkleidungen auf Hinterlüftung achten.
  • Bei innen liegenden Bädern die Lüftungsgitter nicht verschließen
  • Keller- und Trockenräume auch im Winter regelmäßig lüften, aber niemals mit dauergekippten Fenstern.
  • Zimmerecken zu Außenwänden frei halten und nicht mit Möbeln, Wäschekörben u.ä. zustellen, damit die Luftzirkulation nicht behindert wird.
  • Möbel an Außenwänden mit einem Abstand von 5-10 Zentimetern aufstellen. Abstandsklötze hinter Bilderrahmen anbringen.
  • Einbaumöbel an Außenwänden (speziell in Küchen) mit Lüftungsgittern ausstatten.

In extremen Fällen, wie zum Beispiel dem Schimmelbefall von unzugänglichen Hohlräumen, wird man sich der Hilfe eines Fachmanns bedienen müssen. Dieser hat wirksamere Methoden zur Verfügung, die von Begasung mit Bioziden bis zur Ozonbehandlung reichen.

Aktuelle Informationen - Vermeiden Sie “Schimmelprozesse”!
Vermeiden Sie "Schimmelprozesse"! Viele teure, langwierige und ärgerliche Gerichtsverhandlungen um Schimmel in der Wohnung wären vermeidbar gewesen, wenn Vermieter die Probleme ihrer Mieter von Anfang an ernst genommen hätten. Schimmelprobleme sind keine Bagatelle und Ignoranz verärgert nur. Vermieter und Mieter sollten gemeinsam nach den Ursachen forschen und Lösungen finden.

Lösung 3: Luftfeuchtigkeit vermeiden

Nur das Entfernen des Schimmelpilzes reicht nicht aus! Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist der eigentliche Grund für Schimmelpilzbildung. Deshalb gilt es zuerst, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu senken. Schlafzimmer gehören sofort nach dem Aufstehen gelüftet und nicht erst am Abend, wenn man von der Arbeit kommt. Bei einem Wannenbad lässt man zuerst kaltes und erst dann heißes Wasser ein, um eine übermäßige Dampfbildung zu vermeiden. Überhaupt ist immer, wenn viel Feuchtigkeit entsteht, sofort für eine ordentliche Belüftung zu sorgen. Das gilt besonders nach dem Baden, Duschen, Kochen, Bügeln, Wäsche waschen und Wäsche trocknen. Die Dunstabzugshauben in unseren Küchen - vor allem die ohne Außenabzug - nützen zur Entfeuchtung eines Raumes überhaupt nichts:

Um Kondenswasserbildung zu vermeiden, ist es erforderlich, in der ganzen Wohnung dauerhaft eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 50 % zu erreichen. Dann hat der Schimmel keine Chance. Hat man Feuchteprobleme in seiner Wohnung, lohnt sich auch die Investition in ein Luftfeuchtemessgerät. Während der Mensch Temperaturen ziemlich gut fühlen kann, versagen unsere Sinne bei der Beurteilung von Luftfeuchtigkeit. Hygrometer gibt es zu erschwinglichen Preisen in allen Varianten und ermöglichen eine objektive Beurteilung des eigenen Raumklimas. Wer nicht dauerhaft die Luftfeuchtigkeit überprüft und durch Lüften korrigiert, wird immer wieder Probleme mit Schimmel haben.

Lösung 4: Richtig heizen und lüften

Eine gewisse Hysterie wegen der Heizkosten ist heute nicht mehr zu bestreiten. Seit den Energiekrisen in den 70er Jahren ist Energiesparen in aller Munde. Die enormen Energiepreissteigerungen der letzten Jahre tun ein Übriges, dass viele Bewohner nur noch so viel heizen, wie unbedingt notwendig scheint. Die extremen Sparer - und das werden immer mehr - stellen morgens alle Heizkörper ab und gönnen sich am Abend höchstens im Wohnzimmer einmal 19 °C vor dem Fernseher. Nachts heizt man sowieso nicht - dafür sorgt schon die Nachtabsenkung. Alles schön und gut. Aber das schafft die vermehrten Probleme mit Schimmelbildung.

Heizkosten sparen darf man nicht übertreiben. Ein Schlafzimmer gehört auch tagsüber auf mindestens 18 °C beheizt, damit die Raumluft genügend Feuchtigkeit aufnehmen kann. Auch nachts sollte kein Raum der Wohnung unter 18 °C abkühlen. Heizen alleine reicht aber nicht, auch das richtig Lüften hat eine ganz besondere Bedeutung. In einem modernen Gebäude muss man während der Heizperiode 3- bis 4-mal täglich seine ganze Wohnung 5-10 Minuten lüften - idealerweise mit Durchzug. Stattdessen dauerhaft die Fenster zu kippen ist ziemlicher Unsinn, weil dabei kaum Luft ausgetauscht wird. Im Gegenteil: Die Fensterlaibung kühlt aus und es bildet sich rund um die Fenster mit hoher Wahrscheinlichkeit Schimmel. Es ist auch kein Fehler bei Regen zu lüften, denn die kalte Außenluft ist immer noch trockener als die Innenluft. Selbst wenn es paradox erscheint: Je kühler ein Raum ist, desto häufiger muss er gelüftet werden, weil kühle Luft nur wenig Wasser aufnimmt.

Lösung 5: Türen schließen

Weil feuchte Luft an kühlen Flächen kondensiert, müssen die Türen zu Räumen in denen weniger geheizt wird, immer geschlossen bleiben. Die feuchte Raumluft wird sich immer zuerst in den kühleren Zimmern an den Außenwänden - und dort besonders in den Ecken - als unsichtbares Kondensat absetzen und dem Schimmelpilz eine ideale Grundlage bieten. Wenn man Feuchtigkeitsprobleme hat, darf auf keinen Fall das Schlafzimmer vom Wohnzimmer aus mitbeheizt werden. Wenn man es in einzelnen Räumen kühler haben möchte, müssen die Türen geschlossen bleiben. Ganz wichtig ist das bei vermehrter Feuchtigkeitsbildung durch Kochen, Duschen oder Baden. Man kann aber auch Räume wie Küche und Bad, in denen viel Dampf freigesetzt wird, geschlossen halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der ganzen Wohnung verteilt.

Lösung 6: Abstand halten

An den kälteren Außenwänden muss man für besonders gute Belüftung sorgen. Wer seine Außenwände mit Vorhängen von der Decke bis zum Boden verdeckt oder Schränke und Wäschetruhen bis in die Ecke einpasst, verhindert die Luftzirkulation. Möbel an Außenwänden sind mit einem Abstand von mindestens 5 cm aufzustellen. Bei Neubauten sind sogar 10 cm im ersten Jahr zu empfehlen. Bilderrahmen sollten nicht direkt an der Außenwand anliegen, sondern mit Hilfe von Abstandsklötzchen 1-2 cm hinterlüftet sein. Nur so bleibt die Wand trocken. Bei besonders dicht schließenden Einbaumöbeln und Küchenschränken an Außenwänden ist der Einbau von Lüftungsgittern in den Sockel- und Deckenabschlussleisten zu empfehlen, um die notwendige Hinterlüftung zu ermöglichen.

Lösung 7: Bausanierung

Alle bisher beschriebenen Maßnahmen können von den Bewohnern selbst getroffen werden. Ist die Feuchtebelastung aber baulich bedingt, kommt man damit nicht weiter. Bei eindringendem Regenwasser, schlechter Wärmedämmung und erkannten Wärmebrücken kann man lüften solange man will: Die Ursache wird damit nicht beseitigt und Schimmel wird immer wieder entstehen.

In Fällen baulich bedingter Feuchte müssen Fachleute ans Werk und dann wird es richtig teuer. Das Prinzip ist hier zunächst die gutachterliche Erkennung, die Trocknung und schließlich die bauliche Maßnahme selbst. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die von Außendämmung über Innendämmung, von Klimaplatten bis zu Schimmelschutzanstrichen reichen. Die Trocknung der feuchten Wände kann über Lufttrockner, Mikrowellen, Elektroosmose oder eine Wachssanierung erfolgen.

Keine Lösung bei baulich bedingten Feuchtigkeitsproblemen ist die leider immer wieder praktizierte Methode, einfach den Maler zu holen und den Schaden zu überpinseln. Ein paar Wochen später wird man merken, dass man sich dieses Geld hätte sparen können, wenn der Schimmel plötzlich wieder da ist. Genauso dringend ist davon abzuraten, die feuchte­belasteten Wände mit Alu-Folien oder Isoliertapeten zu versiegeln. Damit wird das Problem nur noch schlimmer, weil so abgedichtete Wände nun gar keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen können und der Schimmel dann unsichtbar unter der Versiegelung blüht.

Worin liegt die Ursache?

Wer schon einmal einen Streit zwischen Mieter und Vermieter um Schimmel in der Wohnung beobachtet hat, wird die verhärteten Fronten und die Kompromisslosigkeit der Parteien kennen gelernt haben. Der Mieter sieht sich gesundheitlich gefährdet und die Forderung nach Schadensbeseitigung ist nachvollziehbar und verständlich. Der Vermieter sieht dagegen hohe Sanierungskosten auf sich zukommen, wenn die Gründe für den Schimmelbefall tatsächlich baulich bedingt sind. In solchen - vielfach emotionalen Streitsituationen - ist schon einmal der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet und dann helfen wirklich nur noch Gutachter. Hier tut sich aber schon die nächste Frage auf: Wer bezahlt den Gutachter?

Wenn man die ganze Palette der Möglichkeiten vom Umweltmediziner bis zum Baubiologen durchgeht, kommen schon einmal Tausende von Euro zusammen. Also lässt man die Frage durch ein Gericht klären. Das beauftragt einen oder mehrere Gutachter und die Kosten übernimmt die unterlegene Partei. Setzen Sie in gutachterliche Stellungnahmen aber nicht zu große Hoffnungen. Die Erfahrung lehrt, dass nach einem Schimmelgutachten selten völlige Klarheit herrscht. Dann ist ein Richter in der bedauerlichen Situation, sich sein eigenes Urteil bilden zu müssen.

Eine gerichtliche Klärung der Schuldfrage führt zwar zu einem Urteil, ob dieses aber immer den Kern trifft, darf bezweifelt werden. Es zeigt sich immer wieder, dass der Schimmelbefall einer Wohnung nur selten auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist, sondern dass viele Faktoren puzzleartig zusammenkommen, die sowohl am Gebäude, wie auch im Heiz- und Lüftungs­ ver­ halten der Bewohner liegen.

Was nützen Schimmelgutachten?

Ein sicher nicht repräsentatives, aber so vorgekommenes Beispiel: Im vom Hausbesitzer beauftragten Gutachten ist zu lesen, dass bauliche Mängel nicht vorhanden sind. Die Wärme­ dämmung ist in Ordnung und Feuchtigkeit kann von außen nicht eindringen. Dem Mieter wurde nach einer zweiwöchigen Messphase von Raumtemperatur und Luft­feuchtig­keit aber gleichzeitig richtiges Heiz- und Lüftungsverhalten attestiert. Schimmel hätte also gar nicht entstehen können. Er war aber da! Das Gutachten schloss dann mit der These, dass die Ursache irgendwann in der Vergangenheit gelegen haben muss, die man heute leider nicht mehr nachvollziehen kann. Das Geld für diese Erkenntnisse hätte man sich sparen können.

Rechtsfragen

Bei Schimmelproblemen sollte man sich ein Hygrometer zulegen. Nur so ist die Luftfeuchte objektiv festzustellen.
Bei Schimmelproblemen sollte man sich ein Hygrometer zulegen. Nur so ist die Luftfeuchte objektiv festzustellen.

Gerichtsurteile zu Schimmelproblemen gibt es genug. Keines ist jedoch dazu geeignet - sozusagen als Musterprozess - für alle Streitigkeiten herzuhalten. Die verhandelte Problematik ist immer sehr individuell auf das Gebäude und den Bewohner zugeschnitten. Patentlösungen kann Ihnen niemand bieten. Um wenigstens im Vorfeld einer gerichtlichen Aus­ ein­ ander­ setzung alles richtig zu machen, lassen sich aber ein paar Tipps ableiten:

Stellt der Mieter eine Feuchtebelastung seiner Wohnung fest und ist er der festen Überzeugung, dass das nicht seine Schuld ist, dann ist er zunächst verpflichtet, dem Vermieter diesen Mangel schriftlich anzuzeigen und ihn dazu aufzufordern, ihn zu beseitigen. Nach langjähriger Diskussion in der Rechtsprechung wurde die Beweislast für Feuchtigkeits­ schäden vom Bundesgerichtshof (BGH NJW 1994, 2019 = WM 1994, 466, bestätigt am 1.3.2000, NZM 2000, 549) inzwischen eindeutig definiert: Danach muss zuerst der Vermieter beweisen, dass der Grund für die Schimmelbildung nicht an seinem Gebäude liegt. Ist dieser Nachweis erbracht, hat der Mieter den Beweis zu erbringen, dass es nicht an ihm liegt.

Bevor die Ursache der Schimmelbildung nicht geklärt ist, sollten Mieter mit Mietminderungen vorsichtig sein. Zwar sprachen die Gerichte in der Vergangenheit bei nachgewiesenen Baumängeln Mietminderungen bis zu 30 % zu, aber dazu muss der Mangel erst einmal feststehen. Genauso verhält es sich mit der fristlosen Kündigung durch den Mieter, zu der er bei gesundheitlicher Gefährdung durchaus berechtigt ist. Wenn er die gesundheitliche Gefährdung aber durch falsches Heizen und Lüften selbst verursachte, ist er wiederum gegen­über dem Vermieter schadensersatzpflichtig.

Abschließend ein dringender Appell an alle Vermieter und Wohnungsverwalter: Informieren Sie Ihre Mieter und Wohnungseigentümer noch vor dem Einbau von Isolierfenstern über die Notwendigkeit, ab sofort mehr als früher zu lüften. Dazu sind sie sogar verpflichtet (Landgericht Gießen am 12.04.2000 1 S 63/00). Über den anfangs erhöhten Lüftungsbedarf bei Neubauten sollte man die Mieter, wie auch neu einziehende Wohnungs­eigen­tümer ebenso informieren. Wer da nicht aufpasst, bekommt im ersten Jahr eigentlich vermeidbare Schimmelprobleme.

Was können wir für Sie tun?

Sie sind privater oder gewerb­licher Wohnungs­vermieter oder Immobilien­verwalter? Dann nehmen Sie gleich Kontakt mit uns auf.

Sie sind Wohnungs­eigentümer oder Mieter?

Dann wenden Sie sich bei Fragen bitte stets zunächst an Ihren Verwalter oder Vermieter. Dieser wird sich bei Bedarf mit Brunata Minol in Verbindung setzen. Sofern Änderungen an Ihrer Abrechnung nötig werden, ist dazu immer die Mitwirkung Ihrer Eigentums- bzw. Miet­verwaltung erforderlich.

Ansprechpartnersuche

Brunata Minol ist flächendeckend für Sie da. Finden Sie einen persönlichen Ansprechpartner in Ihrer Nähe. Einfach Postleitzahl eingeben.

Sie verwenden noch ältere Heiz­kosten­verteiler oder Wasser­zähler?

Dann fordern Sie am besten gleich Ihr An­gebot zur Umrüstung der Mess­geräte auf die aktuelle Funk­techno­logie an. Welche Mess­aus­stattung auch vorhanden ist: Wir haben die passende Alter­native zur Moderni­sierung.