alipko - stock.adobe.com - ALEXANDER LIPKOMit digitalen Lösungen und Analysen zu klaren Sanierungsstrategien.
Bis 2045 soll, so besagt es das klar formulierte Ziel der Bundesregierung, der gesamte Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein. Der Gebäudesektor verursacht aktuell rund 30 bis 35 Prozent der CO₂-Emissionen. Dies entspricht etwa 200 Millionen Tonnen. Rund die Hälfte davon entsteht durch die Nutzung der Gebäude, also durch das Wohnen. Davon wiederum entfallen mehr als 90 Prozent auf die Bereiche Heizung, Warmwasser und Strom. Auch wenn Energieverbrauch und Emissionen in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt zurückgegangen sind (s. Artikel Heizkosten im Wandel), ist es noch ein langer Weg zum emissionsfreien Wohnen. Eine einzelne Lösung gibt es dafür nicht. Vielmehr ist es eine Kombination aus mehreren Themen und Lösungen, die bei der Erreichung der Klimaziele Erfolg verspricht.
Communication Consultants GmbHVorteile nutzen
Energieeffizienz zahlt sich aus Die Investition in energieeffiziente Lösungen lohnt sich gleich doppelt: Sie senkt CO₂-Emissionen und unterstützt dadurch die Klimaziele – und bringt zugleich wirtschaftliche Vorteile. In den vergangenen Jahren sind die Energie- und damit auch die Heizkosten stark angestiegen, und das bei gleichzeitig sinkendem Energieverbrauch. Wer seinen Mietern das Wohnen mit moderaten Nebenkosten anbieten kann, steigert die Attraktivität seines Angebotes. Zudem wünschen sich heute viele Menschen eine nachhaltige Lebensweise. Das klimafreundliche Wohnen ist hier ein fester Bestandteil. Speziell das Heizen macht einen großen Teil des CO₂-Fußabdrucks aus.
Hinzu kommt: Große Wohnungsgesellschaften stehen zunehmend in der Pflicht, regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen, um transparent darzulegen, wie nachhaltig ihre Tätigkeiten sind – ökologisch, sozial und im Hinblick auf die Unternehmensführung.
Der individuelle CO₂-Fußabdruck in Deutschland pro Person pro Jahr
| Wohnen | 22 % | ca. 2,2 t |
| Strom | 5 % | ca. 0,5 t |
| Mobilität | 19 % | ca. 2,0 t |
| Ernährung | 15 % | ca. 1,6 t |
| Öffentliche Infrastruktur | 11 % | ca. 1,2 t |
| Sonstiger Konsum | 28 % | ca. 2,9 t |
| Gesamt | ca. 10,4 t |
In der Praxis
Die Energieeffizienz verbessern Ideen und Ansätze, wie die Energieeffizienz im Gebäudesektor erhöht werden kann, gibt es viele. Außer der Optimierung der Gebäudehülle durch Dämmung von Außenwänden, Dach oder Kellerdecke oder den Austausch von Fenstern steht vor allem das Thema Heizen im Vordergrund. Es bietet großes Einsparpotenzial.
Energie messen, beobachten und optimieren
Gemäß den Vorgaben der Heizkostenverordnung (HKVO) müssen die Verbrauchswerte für Heizung und Warmwasser ab Ende 2026 flächendeckend fernübertragen werden, zum Beispiel über Funksysteme wie Minol Connect. Dies schafft eine hohe Verbrauchstransparenz, die dem Bewohner durch die unterjährige Verbrauchsinformation, kurz „uVI“, zugänglich gemacht wird (s. Artikel Optimale Energienutzung beginnt mit der Minol App). So kann er sein Verbrauchsverhalten anpassen oder via App individuelle Klimaziele definieren. Das Einsparpotenzial liegt hier bei ca. 15 Prozent.
Nutzung Erneuerbarer Energien
Die Nutzung erneuerbarer Energien, beispielsweise durch eine eigene Photovoltaikanlage (PV), trägt ebenfalls eine Menge zur Energieeffizienz bei. Je nach technischen Voraussetzungen können solche Anlagen, zum Beispiel in Kombination mit Mieterstrommodellen, einen Großteil des Strombedarfs (ca. 30 bis 60 Prozent) in einer Liegenschaft decken. Bei Mieterstrommodellen kann der Eigentümer zudem Renditen von bis zu zehn Prozent auf seine Investition erzielen.
Präzises Heizmanagement im Bienenstock
In der Industrie orientieren sich Unternehmen seit vielen Jahren an Konzepten, die sich in der Natur entwickelt und bewährt haben. In Sachen Heizen sind Honigbienen Meister der Energieeffizienz. Im Bienenstock regulieren sie die Temperatur mit erstaunlicher Präzision – unabhängig von Wetter oder Jahreszeit. Besonders im Winter oder bei der Brutpflege erzeugen einzelne Bienen gezielt Wärme durch Muskelzittern, ohne dabei zu fliegen. So heizen sie bestimmte Bereiche des Stocks punktuell auf bis zu 35 °C auf, während andere Zonen kühl bleiben.
Diese zonenbasierte Temperaturregelung spart enorme Mengen an Energie im Vergleich zu einer gleichmäßigen Erwärmung. Gleichzeitig sorgt eine permanente Luftzirkulation, die durch Flügelschlagen erzeugt wird, für Frischluft und Klimakontrolle. Das intelligente Zusammenspiel aus individueller Wärmeerzeugung und kollektiver Organisation macht den Bienenstock zu einem Vorbild für nachhaltige, dezentrale Energiesteuerung. Minol unterstützt das Nachhaltigkeitsprojekt beefuture mit eigenen Bienenstöcken. www.beefuture.eu
beefutureHeizungsmodernisierung oder -optimierung
Eine Heizungsmodernisierung bietet generell viele Möglichkeiten, um Energie zu sparen und den CO₂- Ausstoß zu senken. Beliebt sind dabei effiziente Brennwertkessel, Wärmepumpen (s. Artikel Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern) oder Hybridsysteme aus Gas und Solarthermie. Auch der Umstieg auf Fernwärme oder Biomasseheizungen kann sinnvoll sein. Smarte Thermostate und ein hydraulischer Abgleich tragen gleichzeitig dazu bei, den Verbrauch zu optimieren.
Die richtigen Maßnahmen erkennen und umsetzen
Um die richtigen Maßnahmen ableiten zu können, brauchen Immobilienbetreiber ein Werkzeug, das ein zuverlässiges Gesamtbild einer Liegenschaft erstellt. Das neue digitale Sanierungstool „B.One Guide“, das Minol ab 2026 anbietet, unterstützt Wohnungsunternehmen bei der strategischen CO₂-Reduktion. In mehreren Schritten analysiert die Software den Status quo, berechnet die CO₂-Bilanz nach anerkannten Standards und simuliert verschiedene Klimapfade bis 2045. Automatisch werden passende Maßnahmenpakete wie Dämmung, Heizungsmodernisierung oder erneuerbare Energien vorgeschlagen – unter Berücksichtigung von Investitionskosten, Fördermöglichkeiten und Umlagefähigkeit. Ein Szenarienvergleich zeigt Unterschiede in Wirtschaftlichkeit und CO₂-Einsparung. Nach der Umsetzung der Maßnahmen dient das Tool dem Monitoring und der Fortschrittskontrolle. Vermieter erhalten somit eine klare Entscheidungsgrundlage für effiziente Sanierungsmaßnahmen. Dadurch wird die Dekarbonisierung von Immobilien planbar, wirtschaftlich nachvollziehbar und strategisch steuerbar.
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